klar

Architektenwettbewerb, Qualitätssicherung

Staatliches Bauen, wie das NLBL es für die Bundesrepublik Deutschland und für das Land Niedersachsen vertritt, hat unbestritten Vorbildfunktion. Die von den politischen Gremien beschlossenen Bauprojekte werden aus Steuergeldern finanziert und bedürfen daher der besonders sorgfältigen Vorbereitung und der wirtschaftlichen Realisierung.
Gleichwohl werden die Gesamtlösung und die nachhaltige Wirkung des Bauwerks entscheidend von der funktionalen und der gestalterischen Qualität geprägt. Dabei ist für öffentliche Gebäude die „Angemessenheit" der geplanten und gebauten, steuerfinanzierten Lösung stets zu beachten.
Um solch qualitätvolle Architektur im öffentlichen Bauen auf den Weg zu bringen, „gewährleisten Planungswettbewerbe" gemäß der Vergabeverordnung (VgV) vom April 2016 im §78 (1) „...die Wahl der besten Lösung der Planungsaufgabe und sind gleichzeitig ein Instrument zur Sicherstellung der Planungsqualität und Förderung der Baukultur."
Insofern sind Architektenwettbewerbe ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung eines Bauprojektes und bieten größtmögliche Transparenz bei der Auswahl eines geeigneten Planungsbüros. Die Durchführung der Planungswettbewerbe obliegt dem zuständigen SBN vor Ort, welches zusammen mit dem NLBL das geeignete Verfahren entsprechend der gültigen Richtlinien für Planungswettbewerbe (aktuell RPW 2013) auswählt. Zusätzlich erfolgt die informelle Beteiligung der Niedersächsischen Architektenkammer, welche bei Einhaltung der Regeln der RPW eine individuelle Registriernummer für jeden Wettbewerb vergibt.

Als Beispiele für Realisierungswettbewerbe des Landes Niedersachsen in den letzten Jahren ließen sich nennen:

  • Leibniz Universität Hannover
    Neubau Molekulare Pflanzenwissenschaften
    / Hannover-Herrenhausen 2010
  • Universität Osnabrück
    Neubau einer Bibliothek für Universität und Hochschule / Osnabrück-Westerberg 2010
  • HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen
    Neubauten für die Konzentration der Hochschule am Campus Weinberg / Hildesheim 2009
  • Ostfalia HS Bs/Wb
    Neubau Fakultät Gesundheitswesen / Wolfsburg-Poststraße

Beispiel: Neubau einer gemeinsamen Bibliothek für die Universität Osnabrück und Hochschule Osnabrück

 
Fotograf: Sven Otte

Projektleitung: Staatliches Baumanagement Osnabrück-Emsland

Architekt: Reimar Herbst.Architekten BDA, Berlin

Termine:

Baubeginn: 11.03.2013

Grundsteinlegung: 09.07.2013

Richtfest: 21.02.2014

Übergabe: 16.07.2015

Gesamtkosten: 31.883.000 €

Flächen:

8.594 m² NF 1-6

Allgemein:

2010 wurde ein nichtoffener Architektenwettbewerb nach europaweitem Bewerbungsaufruf ausgelobt. Unter Vorsitz des Schweizer Architekten Prof. Carl Fingerhut sowie Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Universität, der Hochschule, der Stadt Osnabrück sowie der Bauverwaltung fiel im August 2010 die Wahl auf das Berliner Büro Reimar Herbst Architekten.

Der Neubau des Bibliotheksgebäudes auf einem ehemaligen Kasernengelände wird sowohl von der Universität Osnabrück als Bereichsbibliothek Naturwissenschaften als auch von der Hochschule Osnabrück als Zentralbibliothek genutzt. Auf ca. 8.600 m² Nutzfläche entstand ein zentraler Lern- und Arbeitsort für ca. 9.000 Studierende mit Platz für über 450.000 Monografien, 150.000 Zeitschriftenbände und ein reichhaltiges digitales Angebot.

Zusammen mit der neuen Mensa und dem ebenfalls von Uni und Hochschule gemeinsam genutzten neuen Seminar- und Hörsaalgebäude tragen diese gemeinsamen Einrichtungen zu erheblichen Synergieeffekten und einer sinnvollen Standortwicklung am Hochschulcampus Westerberg bei.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln