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Interview zum Referendariat Maschinen- und Elektrotechnik

Patrick Winter hat das Interview am Tag seiner Verbeamtung im Jahr 2019 geführt und blickt zurück auf die zwei Jahre seines Referendariats im Bereich Maschinen- und Elektrotechnik (M+E).

Warum wollten Sie ein Referendariat beim Staatlichen Baumanagement machen?

Eigentlich wollte ich nach meinem Studium in der Privatwirtschaft starten. Ich hatte sogar schon eine Jobzusage. Allerdings habe ich mich dann doch aus verschiedenen Gründen für das Referendariat entschieden. So hat man gerade als junger Mensch beim Staatlichen Baumanagement deutlich bessere Chancen, Führungsverantwortung zu übernehmen und Ideen einzubringen. Am wichtigsten aber war mir, dass die Arbeit beim Land Niedersachsen sinnvoll ist. Es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ich zum Beispiel am Bau von Kantinen für Studierende oder Unterkünften für Soldaten beteiligt bin. Schließlich hat mich die große Vielfalt der Projekte beim Staatlichen Baumanagement überzeugt.

Wie lief die Betreuung durch das Staatliche Baumanagement ab?

Beim Landesamt für Bau und Liegenschaften hatten wir einen Ausbildungsleiter, der sich immer um unsere Fragen und Probleme gekümmert hat. Er hat uns zum Beispiel Tipps gegeben, wo wir hospitieren können, und mögliche Ansprechpartner vermittelt. Großartig war das stets ehrliche Feedback. Wenn wir beispielsweise einen Vortrag gehalten haben, hat er uns Verbesserungsvorschläge gemacht. In den zwei Jahren habe ich somit nicht nur fachlich viel gelernt, sondern mich dank der guten Betreuung auch persönlich weiterentwickelt.

Wie sah das Verhältnis von Theorie und Praxis aus?

Das Referendariat hatte für mich die richtige Mischung aus Theorie und Praxis. Klar, es war jede Menge Theorie, mit der ich mich in der Vorbereitung auf das Staatsexamen befassen musste. Dazu zählen technische Inhalte aus der Elektrotechnik, dem Maschinenbau und der Gebäudetechnik. Aber auch spezielle baurechtliche Themen wie das Vergaberecht und das Bauordnungsrecht musste ich mir aneignen – ebenso wie ganz allgemeine Fächer wie das Verwaltungsrecht und Führungs-Know-how. Das kam schon einem kleinen Studium gleich. Das Gute an diesem vielseitigen Theorieteil aber war, dass ich nun ein umfassendes Bild vom öffentlichen Bauen mit all seinen Aspekten habe.

Auch im Praxisteil habe ich jede Menge gelernt. So habe ich an Besprechungen teilgenommen, kleine Übungsaufgaben übernommen und einen Blick „hinter die Kulissen“ von interessanten Projekten geworfen. Großartig fand ich, dass es viermal im Jahr ein Treffen mit den M+E-Referendaren aus anderen Bundesländern gab. Dabei haben wir uns ausgetauscht, Netzwerke gebildet und in Fachvorträgen viel gelernt.

Wie kann man sich die Praxisphasen vorstellen?

Die Referendare durchlaufen viele kleine Hospitationen, in denen man jede Menge Einblicke bekommt. Ich war zum Beispiel beim TÜV, beim Gewerbeaufsichtsamt, bei den Stadtwerken Hannover, bei zwei verschiedenen Bauämtern des Staatlichen Baumanagements Niedersachsen und beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. In den Praxisphasen habe ich mitbekommen, wie die verschiedenen Zahnräder zusammenwirken.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Im Referendariat gab es für mich nicht das eine große Highlight. Vielmehr waren es in den zwei Jahren viele kleine Highlights, durch die es immer spannend blieb. Ob es der Besuch auf dem Flugplatz in Wunstorf war, ein Besuch der Schachtanlage Asse oder meine Stationen beim TÜV und dem Gewerbeaufsichtsamt: Ich habe einen Blick über den Tellerrand werfen können, was einem sonst kaum geboten wird.

Was würden Sie anders machen?

Bei mir ist alles gut gelaufen, sodass ich nichts anders machen würde.

Wie geht es für Sie nach dem Referendariat weiter?

Heute, das heißt direkt nach Abschluss meiner Prüfung, werde ich zum Beamten ernannt und schon morgen werde ich meine neue Stelle als Fachbereichsleiter antreten.

Was möchten Sie Bewerbern für das Referendariat mit auf den Weg geben?

Das Referendariat ist definitiv kein „Nine-to-five-Job“. Es gibt viele Freiheiten, aber man muss schon jede Menge für das Staatsexamen lernen. So muss man sich nicht nur mindestens ein weiteres technisches Fach aneignen, sondern auch verschiedene rechtliche Themen. Man sollte auch wissen, dass man zwar eine tolle Betreuung erhält, letztlich aber die Eigenständigkeit gefördert wird. Eine Fähigkeit, die man auch im Berufsalltag braucht.

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Patrick Winter

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